Ich kenne nicht die Lösung für eure Probleme. Aber ich kenne den Weg dorthin und ich weiß, dass ihr ihn gehen könnt.

Vera Gercke


Konflikte sind Chancen

Streit mit der Kollegin? Uneinigkeit im Team? 

Stress mit Regisseur, Dirigentin und Art Director? 

"Was will denn die Agentin schon wieder!"

 

 "So kann ich nicht arbeiten!" 

 

Schon fliegen die Fetze, es wird laut und manchmal auch unfair und schmutzig. Die Nerven liegen blank. 

 

Wenn sich alles nur noch darum dreht, wer Recht hat oder Schuld ist, hilft ein klärendes Gespräch.

Leichter gesagt als getan! 

Denn ist es erstmal soweit, dass man nicht mehr miteinander spricht und jeder Satz ein Missverständnis transportiert, rückt eine Einigung in weite Ferne. 

 

Energie aus Konflikten nutzbar machen

Eine neutrale, außenstehende Person kann jetzt hilfreich sein, eine, die zuhört, Gesagtes so übersetzt, dass es von den anderen gehört und verstanden werden kann. Eine, die den Raum bereitet, in dem die Streitenden wieder miteinander in Verbindung treten dürfen. Dann ist der Weg frei für eine Einigung, die für alle tragbar ist. 

 

Als Mediatorin begleite ich euch Schritt für Schritt durch das klärenden Gespräch. Ihr erarbeitet eure eigenen Lösungen, entwickelt Strategien, die für alle stimmig sind. Und schon sind neue Energien freigesetzt, die statt in Streitereien in eure Arbeit fließen können. 

 

Aus Einzelkämpfern sind Teamplayer geworden. 

 

Win-Win! 

 


"Fairness ist die Kunst sich in den Haaren zu liegen,

ohne die Frisur zu zerstören."

 

Gerhard Brunner (Komponist/ Kabarettist)


...in der bildenden Kunst

Der Katalog ist fertig, die ersten Objekte stehen in der Ausstellungshalle, aber die Künstlerin ist  ungehalten, unzufrieden, unausstehlich. Sie findet: Die Skulptur muss einen Millimeter nach rechts, das Licht braucht mehr Weißanteile und bei der Vernissage dürfen keinesfalls Schnittchen verspeist werden. "Das kontaktiert meine Arbeit."

 

Der Kurator ist mit den Nerven am Ende. Der Pressefotograf kommt gleich, das lokale Fernsehen muss noch unbedingt ein Interview mit der Künstlerin machen. Und bis jetzt gab es immer Schnittchen zur Ausstellungseröffnung! 

 

Zeitdruck. Leistungsdruck. Stress. 

Die Künstlerin kann es nicht ertragen, wenn  ihre Arbeit nicht so präsentiert wird, wie sie sich das vorstellt. Schließlich hat sie jahrelang an ihrem Werk gearbeitet. Der Kurator ist in Not. Die Zeit rennt ihm davon. Und dabei wollen sie doch alle das gleiche: Eine gelungene Ausstellung, begeisterte Kunstfreunde, und eine fulminante Presse. 

 

Eine Freundin weiß Rat. Sie kennt eine Mediatorin, die sich genau auf solche Fälle spezialisiert hat. Und zum Glück: Kurator und Künstlerin sind einverstanden. Also nehmen die beiden sich zwei Stunden Zeit und setzen sich mit der Mediatorin zusammen.

 

Die Fachfrau kümmert sich darum, dass die Emotionen den Platz bekommen, den sie brauchen, dass Bedürfnisse nicht übergangen werden und dass das Gespräch von Anfang an in die richtige Richtung läuft: Auf das gemeinsame Ziel zu. Und schon bald ist klar: So weit auseinander driften die Vorstellungen der beiden gar nicht! 

 

Drei Tage später ist es soweit: Die Vernissage findet satt wie geplant. Für die Skulptur wurde ein neues Sockel gefunden, ein Leuchtmittel wurde ausgetauscht, statt Schnittchen gibt es frisches Obst, und genug Zeit für das Interview hat sich auch noch gefunden. Im Lokalfunk erfährt der Kurator, dass die Künstlerin dem Museum eines ihrer Werke stiftet will, weil die Zusammenarbeit ungewöhnlich aufregend gelaufen ist. 

 

...auf der Bühne

"Ich verstehe nicht, warum ich nicht von links auftreten kann.", schimpft Julia. 

"Weil das völlig unlogisch ist.", erklärt die Regieassistentin zum dritten Mal. "Das hat Mark dir doch erklärt." Mark ist der Regisseur. 

"Aber...", setzt Julia noch mal an. Ihre Stimme ist porös. 

"Kein Aber mehr!", wettert Mark aus der Regie. "Vorhang auf!" 

 

Aber Julia kann sich nicht mehr konzentrieren. Der Text ist weg. Sie hat einen Hänger nach dem anderen. Tränen fließen. Mark ist erst wütend, dann verzweifelt. Das wollte er doch nicht. Wenn er gewusst hätte... 

Julia verschwindet in der Garderobe. Heute geht gar nichts mehr. 

 

Zum Glück hat das Theater eine Mediatorin an der Hand, die in solchen Fällen spontan einen Termin einräumen kann. Und die kennt sich aus mit Menschen wie Julia und Mark, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, immer alles zu geben, die täglich ihr Innerstes nach Außen kehren und deren Kapital Körper und Emotionen sind. 

 

Am nächsten Morgen hört sie sich die Sorgen der beiden an. Julia erzählt von ihrem Lampenfieber und davon, dass ihr Vater im Sterben liegt und sie nicht weiß, ob sie ihn noch mal sehen wird... Und Mark kann endlich mal jemanden anvertrauen, dass seine Vertragsverlängerung davon abhängt, ob die Produktion gut läuft. Kein Wunder, dass alle dünnhäutig sind. 

 

Nachdem die beiden ihre Sorgen losgeworden sind, haben sie auch wieder die Kraft, einander zuzuhören. Ja, wenn man das gleich gewusst hätte... 

 

Jetzt ist der Raum bereitet, um eine gemeinsame Strategie für die Zukunft zu erarbeiten. Und das geht dann wie am Schnürchen, denn die beste Lösung liegt bereits auf der Hand. 

 

Julia bekommt einen Tag frei, um ihren Vater zu besuchen und garantiert Mark dafür, dass sie alles tun wird, dass die Premiere ein Knaller wird. Dafür tritt sie auch gerne von rechts auf, wenn das der Sache dienlich ist. No problem! 

 

...im Medienbetrieb

"Folge 18 ist großer Mist! Wer hat die geschrieben?" Der Producer ist ungehalten in der Redaktionssitzung.  "Die nächsten Folgen müssen besser werden. Viel besser! Sonst gehen hier die Lichter aus!" 

 

Was ist denn jetzt los? Ratlosigkeit bei den Redakteuren. Sie haben doch alles genauso gemacht, wie es im Briefing besprochen wurde.

 

Dann müssen die Storyliner Mist gebaut haben. Schon wird der Druck weitergegeben.

"Die Idee taugt nichts!"

"Das hatten wir doch schon letzte Woche!"

"Fällt euch nichts Neues mehr ein?"  

 

Wie soll man bei dem Stress gute Einfälle generieren?

Statt Brainstorming erstmal Zigarettenpause. 

Alles steht still. 

 

Seit ein paar Jahren arbeitet die Produktionsfirma mit einer Mediatorin zusammen. Eine echte Innovation in der Branche. Ein Experiment. 

 

Redakteure, Producer und Storyliner kommen zu einem klärenden Gespräch im Besprechungsraum zusammen. Die Mediatorin ist auch schon da. Quasi ein Notfall für sie.

Es ist nicht das erste Mal, dass sie in dieser Abteilung zur Konfliktklärung ausgerückt ist. Darum wissen alle, was auf sie zukommt. Der Prozess und die Gesprächsregeln müssen heute nicht mehr lange erklärt werden. 

 

Jeder kommt zu Wort und schildert seine Nöte. Die Storyliner sind ausgebrannt. Die Redakteure fühlen sich übergangen. Der Producer bangt um die gesamte Produktion. Der Sender hat ihm heute Morgen richtig Stress gemacht. Und danach der Produzent... Und dabei fühlt er sich heute sowieso irgendwie fiebrig...

 

Ach so, ach darum... sag das doch gleich!

 

Jetzt, wo klar ist, woher die schlechte Stimmung kommt, sind alle erleichtert und überlegen, wie sie der Situation am besten begegnen. 

 

Der konstruktive Ausnahmezustand wird in der Redaktion ausgerufen. Die Storyliner bilden Arbeitsgruppen und legen sofort los, neue Geschichten zu platten, damit der Sender mit frischen Ideen versorgt wird. Die Redakteure sorgen dafür, dass die Kommunikation wieder aufgenommen wird und alle Bescheid wissen. Der Producer teilt dem Programmchef mit, dass er noch heute ein paar frische Ideen bekommt. Und der Produzent ist froh, dass er sich auf die Zusammenarbeit mit der Mediatorin eingelassen hat... obwohl er solche Zweifel hatte. 

 

Am Ende des Tages haben zwar alle ein paar Überstunden auf der Uhr, aber dafür ist die Situation gerettet und die Arbeit im Team hat richtig Spaß gemacht! Dafür lässt der Producer morgen ein Frühstück springen. 

 

...Band, Orchester, Chor...

Seit Ed, der Saxophonist mit der neuen Managerin der Band zusammen ist, herrscht dicke Luft im Tourbus. 

"Man weiß ja überhaupt nicht mehr, was man noch sagen kann", mault Kalle, der Drummer. Sängerin Sina ist der Meinung, dass Ed sich entscheiden muss: Band oder Liebe.

Das findet Ed Banane. Sie sind doch erwachsene Leute. Aber auch er merkt: was so toll angefangen hatte, entpuppt sich jetzt als echte Qual. Noch zehn Konzerte liegen vor der Band. Wie sollen sie das bei der Stimmung durchstehen? Aber sich von seiner großen Liebe trennen will Ed natürlich auch nicht. 

 

Kalle versteckt sich während der Fahrt unter seinen Kopfhörern, Ed hängt nur noch Handy rum und Sina würde am liebsten sofort nach Hause fahren. Aber da kommt ihr eine Idee. Eine Freundin hatte ihr mal davon erzählt, wie sie den Dauerstreit mit ihrer Schwester in einer Mediation besprochen hat. Und seitdem läuft es endlich friedlich hab zwischen den beiden. Das könnte doch in diesem Fall vielleicht auch was bringen.

 

Sofort ruft Sina ihre Freundin an. Dann telefoniert sie mit der Mediatorin und erfährt: Sie hat eine Kollegin,  die ist  auf die Arbeit mit Bands und Künstlern spezialisiert, ist flexibel und gerne bereit, irgendwo hin zu kommen, wenn's richtig brennt. Sina redet mit den anderen und alle sind einverstanden, dass sie es mal mit einer Mediation versuchen. Klar, das kostet ein bisschen Geld, aber das ist ihnen die Sache wert. Schlechte Konzerte kosten am Ende vielleicht noch mehr Geld und Fans. 

 

Schon am gleichen Nachmittag steigt die Mediatorin in Wuppertal in den Tourbus, stellt sich und ihre Arbeit während der Fahrt vor und hört sich an, was Ed, Kalle und Sina belastet. Als alle frei heraus schildern konnten, was gerade in Kopf und Herz abgeht, war die Stimmung plötzlich wie verwandelt. Das war, als wenn festgebackene Energie wieder freigeworden wäre, erzählt Sina später. Und genauso hat es die Mediatorin auch wahr genommen. 

 

Ed, Sina und Kalle waren sich schnell einig: Die Tour muss weiter gehen. Aber nicht so! Also haben die drei Musiker Ideen gesammelt... einen Haufen Ideen, überraschende, witzige und auch manches, was völlig unbrauchbar war. Daraus haben die Freunde völlig eigenständig eine Strategie für die nächsten Konzerte entwickelt. 

 

In Buxtehude angekommen waren sich alle einig, dass sie einen Weg gefunden haben, als Band weiter zu arbeiten und weiterhin Spaß miteinander zu haben. Die Mediatorin ist mit dem Zug wieder nach Hause gefahren. Aber wenn's sein muss, kommt sie in den nächsten Tagen einfach wieder vorbei. Und dann darf sie sich auf keinen Fall das Konzert entgehen lassen!